Mit Likes des Guten gegen Hass

Grafik zeigt blauen Hintergrund mit vielen, verschieden großen fliegenden Daumenhoch-Icons. Am unteren Bildrand sich nach oben reckende Hände verschiedener Hautfarben.

Nadia Bormotova/iStockphoto | Die Macht von Likes

Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt, droht Untergang.
Mahatma Gandhi, 1869-1948 

Im Samstagsinterview des Bundes vom 21. September 2019 spricht Barnaby Skinner mit Julia Ebner über Hetzkampagnen gegen Minderheiten im Internet. Sie hätten zugenommen, sagt die Forscherin. Frau Ebner muss es wissen, denn sie chattet seit Jahren inkognito in Extremistenforen von Nazis oder Jihadisten und lernte dabei, mit der traurigen Tatsache von Gewalt und Hass im Internet umgehen. Man kann dagegen angehen.  Wir alle könnten etwas tun.

Kontakt mit den Extremisten herstellen ist effektiv: »Mit Abstand am meisten Erfolg haben die Eltern von Jihad-Konvertiten oder Familienangehörige von Terroropfern, die direkt in den Foren mit den Extremisten in Kontakt treten. Ihnen hören die Extremisten zu.« Längst nicht alle können oder wollen im Netz mit Extremisten chatten. Hingegen können wir mehr Zivilcourage an den Tag legen, ist Julia Ebner überzeugt: »Das nächste Mal, wenn Sie auf Facebook beobachten, wie jemand wegen seiner Hautfarbe angegriffen wird, sollten Sie sich überlegen, das Opfer mit einem Like zu unterstützen.« Und hält weiter fest: »Die Welt ist ein viel besserer Ort, als uns das Internet vorgaukelt. Man muss sich auch bewusst machen, dass nur 10 Prozent der Internetnutzer für über 50 Prozent des Hasses verantwortlich sind.«
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Die Gründe für Hass, nicht nur im Internet, sind zweifelsohne vielschichtig. Groll und Feindschaft sind häufig eine Reaktion auf Angst, Verletzung, Verlust, Ohnmacht. Hetzer und Hetzerinnen in Extremistenforen beispielsweise lieben ihre Religion oder ihre Heimat. Sie haben Angst, Wertvolles zu verlieren, oder sie haben es bereits verloren. Mit ihrer Wut und Abwertung wollen sie sich ermächtigen. Sie scheitern damit an der Liebe zu ihrem Land, ihrer Kultur oder ihrem Glauben. Es ist eine grosse Tragik, wenn Liebe in Hass umschlägt, doch eine persönliche Verletzung oder die Verehrung von eigenen Werten rechtfertigen nie die Verachtung und Bedrohung von anderen. Anderen psychisch oder physisch Gewalt an tun darf keine Antwort auf eigene Angst sein.

Sich dem Guten zuwenden

Im Nachgang zur Lektüre des Samstaginterviews ging mir durch den Kopf, wie wichtig es ist, die virtuelle Welt mit Gutem und Schönem zu füttern. [weiterlesen …]

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Herzlichen Dank für die freundliche Genehmigung, diesen Blogartikel rebloggen zu dürfen.
Quelle: Du-fehlst-mir.ch

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