ARCHIV | Ans Kap mit Jürgen Rinck

Sommer 2015 | Erfolgreich abgeschlossenes Projekt

Worum geht es?

Ab 15. Juni radelt Konzeptkünstler Irgendlink ans Nordkap. Das hat er vor zwanzig Jahren schon einmal gemacht. Damals fotografierte er den Reiseweg in Zehn-Kilometer-Abständen. Analog. Auf Schwarz-Weiß-Film. So entstand eine sogenannte Kunststraße, bestehend aus 360 Bildern, die Ende 1995 in Mainz als Rauminstallation ausgestellt wurde.

Nun wandelt Irgendlink auf seiner eigenen Spur, sucht die Bildstandorte, schaut, was sich  in den vergangenen Jahren verändert hat und schreibt darüber, täglich frisch, in seinem Weblog. Doch dies wird kein normaler Reisebericht. Im Gepäck hat Irgendlink ein ganzes Jahrzwanzigst gelebten Lebens. Ein Stückchen Welt diesseits und jenseits der digitalen Revolution. Digitalkameras wurden erfunden. Das GPS sorgt für nie dagewesene Orientierungsmöglichkeiten. Mobilfunk wurde weltweit ausgebaut. Daten können vom Handy aus direkt im Internet veröffentlicht werden. Seit 2010 experimentiert Irgendlink mit der neuen Technik. So schrieb er pilgernd ein Buch über den Jakobsweg auf dem Smartphone. 2012 umradelte er die Nordsee und bloggte auf über diese Reise täglich frisch.

Ist das Kunst? Ist das Literatur? Wie wird die Welt in zwanzig, fünfzig, hundert Jahren diese eigenartig virtuell-echten Aktionen der AutorInnen und KünstlerInnen in der digitalen Frühzeit reflektieren? Der Abschied von materieller, anfassbarer Kunst in Form von Bildern und Skulpturen und von blätterbaren, echten Büchern aus Papier, auch er hat begonnen in dem letzten Jahrzwanzigst.

Wie nenn‘ ich das Kind?

Was wäre wohl die korrekte Bezeichnung für jemanden, der mit dem Fahrrad zum Nordkap radelt, dabei nach einem seit zwanzig Jahren festgelegten Konzept fotografiert, der über die Reise schreibt und alles digital in Windeseile in ein Weblog übermittelt, so dass man vom heimischen Sofa die Reise hautnah verfolgen kann? Ist so ein Mensch Literat? Oder vielleicht eher Konzeptkünstler? Wird die Nachwelt die frühen digitalen Pioniere mit ihren Blogs und Social Media-Kanälen als Appspressionisten bezeichnen, so wie Irgendlink das einmal vorschlug?

Reden wir über Geld.

Die gute Nachricht: die Reise ans Nordkap ist finanziert. Irgendlink hat aus Eigenmitteln etwa 1500 Euro für drei Monate Radfahren bereit gestellt. Geplant ist ein spartanisches Outdoorprojekt im Dienste der Kunst und des Schreibens. Statt Hotel und täglicher Dusche wird gezeltet. Schwedische Seen sind im Hochsommer zudem sehr erfrischend. Technik- und Onlinekosten sind mit 200 Euro veranschlagt. Eine Monatsflatrate im schwedischen Telia-Netz kostet etwa 35 Euro. Energie wird mit dem Fahrraddynamo erschwitzt und per Solarzelle erschwindelt.

Und was soll das Ganze?

1995 machte Irgendlink den Fehler, sich zehn Jahre lang schwer damit zu tun, sich als Künstler zu bezeichnen. Heute ist er Künstler. Aus diesem Fehler hat er gelernt. Ab sofort bezeichnet er sich als Schriftsteller. Er ist ein moderner, digitaler Schreiber, dessen Wurzeln von Marlen Haushofer, Michel Houellebeque, Andreas Altmann bis hin zu Jack Kerouac und Knut Hamsun mäandrieren, garniert mit einem Schuss Murakami-Verrücktheit. Um nur einige wenige zu nennen.

Irgendlink operiert am offenen Herzen von Literatur und Kunst und alle dürfen dabei zuschauen.

Jetzt aber mal im Ernst: Mit 14,44 Euro Tagessatz ans Nordkap?

Klar ist das möglich. Irgendlink hat das ja schon ausprobiert. Ausprobieren müssen. Ein bisschen mehr Geld und Komfort kämen sowohl dem Wohlbefinden, als auch der Kunst sicher zu Gute. Und da Irgendlink gerne kunstbübchenrechnet, hat er glatt vergessen, wie er wieder zurück kommt, nachdem er das Nordkap erreicht hat.

Deshalb ist eure Spende gefragt. Entweder einfach so, weil ihr am Projekt teilnehmt und die stets freien Beiträge im Netz lest und euch das etwas wert ist, oder ihr kauft euch eines der einzigartigen künstlerischen Produkte, die unterwegs entstehen werden.

Sie finanzieren ...... mit Ihrem Beitrag:Sie erhalten dafür ...
1x "Mein täglich Brot"10 €1 Touchnote-Postkarte von unterwegs gänzlich auf dem Smartphone gestaltet, individuell, künstlerisch. Die sogenannten iDogma-Karten sind ein "Projekt im Projekt".
1x "Mein täglich Brot" und ein skandinavisches Bier.15 €1 eBook "Ans Kap" (Liveblog-Reisekunst-Bericht mit Bildern, lektoriert und aufwändig veredelt) logisch erst nach der Reise im Oktober 2015.
1 Satz Bremsklötze25 €1 CD mit Cover, direkt bedruckt mit eBook und Bonusmaterial.
1 linker Schuh ohne Mehrwertsteuer30 €Kettenstück der abgenutzten Fahrradkette als Reliquie, edel in Schmuckbox (21 Stück)
1 rechter Schuh ohne Mehrwertsteuer30 €Reifenstück des Hinterreifens auf Holzträger mit Edelstahlschraube befestigt als Reliquie. 31 Stück verfügbar.
1 Monat Mobilfunkflatrate.40 €Ein limitiertes Poster 60x40 cm (ein Beispielposter aus dem Projekt Ums Meer 2012 finden Sie hier.
Ein Satz Reifen99 €Ein ganzes Warenbündel: Kettenstück, Reifenstück, Poster und CD.
Juhu, die Rückreise ist gesichtert.500 €In den Salzwelten in Hallstatt wird eine Keramik der Reise bis auf alle Ewigkeit gelagert. Sie kriegen ein Duplikat davon. Zum Beispiel: Keramik für das Projekt Ums Meer seit 2013 im Memory of Mankind in den Salzwelten Hallstatt.
Sie müssen verrückt sein, mir eine Rückreise mit den Hurtigruten zu finanzieren. Das wird ein faszinierender Liveblogbericht in den gut 60 Häfen zwischen Kirkenes und Bergen.1500 €Dafür gibt es eine Keramik und ein echtes, gedrucktes Buch und die CD. Eben das volle Programm. Freuen Sie sich mit den anderen Bloglesenden auf Berichte von Bord.
Spenden für die Livereise „Ans Kap 2015“

Ich freue mich über alle virtuellen Mitreisenden auf meiner dreimonatigen Radreise ans Nordkap. Selbstverständlich sind alle Bereiche des Blogs gratis erreichbar. Wenn ihr mich unterstützen möchtet, könnt ihr aber gerne per Paypal spenden oder Kontakt zur Homebase (homebase@europenner.de) aufnehmen. (Zitat)

[Die Paypalbuttons haben wir nach dem Abschluss des Projekts entfernt]

Für mehr Infos … → hier klicken!

11 thoughts on “ARCHIV | Ans Kap mit Jürgen Rinck

  1. Crowdfunding ist eine tolle Finanzierungsalternative, die genutzt werden sollte. Es ist schon toll zu sehen, was dadurch schon alles realisiert werden konnte. Auch das Interesse der finanziellen Unterstützer wächst immer weiter an.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.